Die Pomodoro-Technik – Arbeite im Takt

Vielleicht kennst du das auch: Du willst dich auf eine Aufgabe konzentrieren und ihr deine ganze Aufmerksamkeit widmen. Kaum hast du angefangen zu arbeiten, schickt dein Gehirn dir ständig störende Impulse, „Los, check mal schnell, ob du noch Höchstbietender bei eBay bist!“ oder „Moni ist doch gerade im Urlaub, geh mal auf Facebook und schau, ob sie schon Bilder hochgeladen hat!“ oder „Mama wolltest du auch schon lange mal wieder anrufen“. Und so weiter und so fort.

Gerade wenn dein Leben im Moment etwas unrund läuft, kann es manchmal schwierig sein, dich mit wichtigen Dingen konzentriert auseinanderzusetzen. An diesem Punkt setzt die Pomodoro-Technik an. Sie soll dir helfen, konzentriert und ohne innere Ablenkungen an deiner Aufgabe zu feilen.

Die Pomodoro-Technik

Die sogenannte Pomodoro-Technik, entwickelt von Francesco Cirillo, teilt deinen Arbeitstag in Pomodoros ein. Das ist italienisch und steht für „Tomate“, gemeint sind in diesem Kontext aber Intervalle von je 25 Minuten. Der Name kommt übrigens daher, dass die Eieruhr, die Francesco zu Beginn verwendet hat, die Form einer Tomate hatte. Ganz schön kreativ …

Wie funktioniert das Ganze jetzt? Du benötigst eine Küchenuhr, eine Timer-App oder eine spezielle Pomodoro-App. Die gibt’s von kostenlos bis ganz schön teuer im iTunes und Google Play App Store. Seiten wie zum Beispiel http://www.moosti.com/ bieten die gleiche Funktion kostenlos als Webservice an.

Läuft der Timer, widmest du dich deiner Tätigkeit. Das kann entweder eine längere Aufgabe, oder viele kleine To-Dos (E-Mails beantworten, Telefonanrufe durchführen, Schreibtisch aufräumen) sein. Für den Anfang reicht es auch schon, wenn du einfach loslegst.

Wichtig dabei ist, dass du dich in diesen 25 Minuten nicht ablenken lässt und auch innere Unterbrechungen auf später verschiebst. Erliegst du nämlich der Versuchung, gilt der Pomodoro nicht als erfolgreich abgeschlossen und du musst mit dem Intervall noch einmal von vorne anfangen.

Nach Abschluss der 25 Minuten folgt eine 5-minütige Pause, in der du dir Wasser holen, mit Kollegen schwatzen, Facebook checken oder auf die Toilette gehen kannst. Danach geht es wieder mit einem Pomodoro weiter. Nach Abschluss von vier Pomodoros (also knapp zwei Stunden) machst du eine etwas längere Pause von 15 bis 20 Minuten.

Das war schon alles. Weiterführende Informationen gibt dir das folgende Video, dass auch auf der offiziellen Seite der Pomodoro-Technik zu finden ist.

Kurz zusammengefasst, sind die im Video beschriebenen sechs Schritte:

  1. Arbeite wie oben beschrieben mit der Pomodoro-Technik und messe, wie viele Pomodoros du für eine bestimmte Aufgabe benötigst.
  2. Lass dich während eines Pomodoros nicht ablenken. Keine Anrufe, keine Kollegen, kein Facebook. Fang von vorne an, wenn du den Pomodoro unterbrechen musst.
  3. Schätze, wie viele Pomodoros du für eine Aufgabe brauchst.
  4. Nutze den Zeitraum eines Pomodoros nicht nur für die tatsächliche Aufgabe. Nimm dir ein paar Minuten am Anfang für eine Zusammenfassung des letzten Pomodoros. Am Ende nutzt du noch einige Minuten für eine Überprüfung der geleisteten Arbeit.
  5. Plane deinen Tag im Voraus. Überlege dir, wann du wie viele Pomodoros verwenden kannst. Arbeite um feststehende Termin herum.
  6. Definiere dein persönliches Ziel. Möchtest du effizienter arbeiten oder eine bessere Qualität abliefern? Hier legst du fest, was du erreichen möchtest und woran du deinen Erfolg messen kannst.

Diese Stufen bauen aufeinander auf. Bist du noch nicht in der Lage, deine Pomodoros ohne Störungen abzuarbeiten, stürze dich noch nicht auf das Schätzen von Aufgaben, sondern arbeite daran, die Störungen abzubauen.

Im Job musst du gewisse Erwartungen erfüllen. Klingelt das Telefon, musst du rangehen. Steht dein Chef in der Tür und will etwas von dir, wirst du ihm zuhören müssen. Oder vielleicht kommt dir während eines Pomodoros DIE Idee, deinen Büroalltag um ein vielfaches leichter zu organisiern.

Wenn du kannst, schreib dir kurz auf, was der Grund der Unterbrechung war und arbeite danach konzentriert weiter. Beschäftige dich nach dem Pomodoro damit. Frage deine Kollegen, deinen Chef oder deinen Anrufer, ob ein Rückruf in Ordnung ist. Notier dir kurz das Thema und mach weiter.

Übrigens: Auch Menschen mit AD(H)S können von dieser Technik profitieren. Das steht zumindest im Blog von Psychology Today (englisch).

Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere packt sie an und handelt. - Zitat zur Pomodoro-Technik von Dante Alighieri

Es gibt natürlich auch kritische Stimmen. Sicherlich passt diese Methode nicht auf Berufe, die von der Interaktion mit anderen Menschen leben. Mario Fusco greift sich in seiner Kritik als Beispiele Piloten, Anwälte und Chirurgen heraus. Aber auch diese Berufe müssen Routen planen, Vertragswerke aufsetzen oder Veröffentlichungen schreiben, in denen ihnen die Pomodoro-Technik helfen kann.

Wer gerne im Flow arbeitet, wird auch seine Probleme mit regelmäßigen Pausen haben. Darum geht es hier aber nicht. Es geht darum, deine Aufmerksamkeitsspanne zu trainieren und deine Produktivität zu steigern, sofern du diesen Punkt eben noch nicht erreicht hast.

Am Besten probierst du die Pomodoro-Technik einfach einmal aus. Mir hat sie sehr geholfen, meinen Arbeitsalltag produktiver und konzentrierter zu gestalten.

Bildnachweis: © Depositphotos.com / alessandrozocc

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