9 schlechte Gewohnheiten, die deine Produktivität einschränken

Im Laufe unseres Lebens eignen wir uns Gewohnheiten an, die unser Leben bestimmen und einen wesentlichen Teil unserer Persönlichkeit ausmachen. Sehr erfolgreiche Menschen automatisieren einen Großteil ihres Lebens, um ihre Kapazität für wichtigere Probleme nutzen zu können. Ein gerne herangezogenes Beispiel ist der verstorbene Steve Jobs. Er trug immer einen schwarzen Rollkragenpullover, um seine Zeit nicht auf die Auswahl seiner Garderobe verwenden zu müssen.

Doch genau so, wie gute Gewohnheiten uns voranbringen, hindern uns schlechte Gewohnheiten daran, unser volles Potential zu entfalten. Daher will ich dir heute neun Angewohnheiten vorstellen, mit denen du dir und deiner Produktivität nachhaltig schadest.

Dein Leben kann manchmal ganz schön kompliziert sein. Es ist immer möglich, dass äußere Faktoren dich stressen und dir alles abverlangen. Da solltest du nicht noch Öl ins Feuer gießen, sondern dafür sorgen, dass dich deine Gewohnheiten unterstützen. Schau dir die folgende Liste an und prüfe, ob sich vielleicht die eine oder andere dieser Angewohnheiten in dein Leben geschlichen hat.

1. Multitasking

Sicherlich ist es dir auch schon einmal so ergangen: Dein Schreibtisch ist voller unerledigter Aufgaben, die du schnellstmöglich hinter dich bringen willst. Also beginnst du mit der ersten Aufgabe, merkst aber schon bald, dass dir etwas zur zügigen Abarbeitung fehlt. Anstatt dich aber darum zu kümmern, widmest du dich direkt deiner nächsten Aufgabe. Und noch einer. Und noch einer. Schnell hast du einen Großteil deiner Aufgaben angefangen, ohne dass du etwas zu Ende gebracht hast. Wo die Schwierigkeit bei deiner ersten Aufgabe lag, hast du schon wieder vergessen und einen Haufen offener Fäden in der Hand zu haben, frustriert dich.

Wenn du zu den Menschen gehörst, die gerne in Multitasking verfallen, probiere einmal folgendes: Picke dir während deiner Tagesplanung eine besonders wichtige Aufgabe heraus und bearbeite diese eine Aufgabe. Auch wenn die Abarbeitung plötzlich viel komplexer wird, als du es dir vorgestellt hast, bleibe am Ball und erledige sie. Solltest du feststellen, dass dir noch wesentliche Informationen fehlen, fordere diese an und bereite die weitere Abarbeitung im Rahmen deines Einflussgebietes so weit wie möglich vor, bevor du zur nächsten Aufgabe übergehst.

Es braucht einige Zeit, bis du dich an dieses Monotasking gewöhnt hast, aber probiere es einen Monat lang aus. Du wirst erstaunt sein, wie viele Aufgaben plötzlich ihren Schrecken verlieren und auf einmal locker von der Hand gehen.

2. Verantwortung scheuen

Gegenwärtig übernehmen die wenigsten Menschen noch gerne Verantwortung. Gerade, wenn du dich selbst in die Pflicht nehmen solltest, schiebst du das Thema vor dir her. Schließlich ist ja außer dir niemand sonst betroffen, richtig?

Leider setzt dieser Trend sich auch im Geschäftsleben fort. Sicher kennst du auch die Kollegen, die im Fehlerfall zuerst nach einem geeigneten Sündenbock Ausschau halten, anstatt an einer konstruktiven Lösung zu arbeiten. Dann weißt du auch, wie unangenehm solche Kollegen werden können, wenn sie dich als ihren Blitzableiter auserkoren haben.

Übernimm Verantwortung für das, was du tust. Wenn du Schwierigkeiten hast, Verträge, die du mit dir selbst geschlossen hast einzuhalten, erzähle Freunden und Kollegen davon. Bitte sie, dich in die Verantwortung zu nehmen. Wenn du das nicht möchtest, halte den Vertrag mit dir selbst zumindest schriftlich fest und lies ihn regelmäßig, um dich daran zu erinnern.

Wenn du einen Fehler gemacht hast, stehe dazu. Ein ehemaliger Kollege von mir sagte einmal: “Nur wer nicht arbeitet, macht auch keine Fehler!” und so ist es auch. Gerade, wenn du dich an etwas Neues heranwagst, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit etwas schiefgehen. Übernimm die Verantwortung und kümmere dich um die Lösung. Du hast eine wichtige Lektion gelernt und weißt in Zukunft, wie du diesen Fehler vermeidest.

3. Jederzeit E-Mails abrufen

Jegliche Unterbrechung während des Arbeitens reißt uns aus unserer Konzentration. Besonders tückisch ist das eigene E-Mail-Programm. Denn obwohl dieses Konto ja dir gehört, enthält es in der Regel nur Aufgaben, die andere Menschen dir gestellt haben. Schließe daher dein E-Mail-Programm, bevor du schwierige Aufgaben angehst. Eingehende E-Mails, egal ob sie sich mit einem fröhlichen Ton oder ein optisches Signal ankündigen, lenken dich jedes Mal von deiner Aufgabe ab und zwingen dich, gedanklich noch einmal von vorne zu beginnen. Prüfe dein E-Mail-Konto also nur in festgelegten Intervallen und nicht, wenn du konzentriert bei der Arbeit bist. Nutze die Zeit lieber, deine Aufgaben zu erledigen und kümmere dich erst anschließend um die eingegangene Korrespondenz.

4. Dein Smartphone – die moderne Fußfessel

Wenn du dir die heutigen Teenager ansiehst, weißt du wahrscheinlich gar nicht mehr, wer nun wen bedient. Der Mensch das Smartphone oder das Smartphone den Menschen. Die Konditionierung ist nahezu perfekt: Sobald unser kleiner Kommunikationshelfer piept, brummt, zirpt oder klingelt, erhält er sofort unsere ungeteilte Aufmerksamkeit. Das geht mittlerweile schon so weit, dass sich ein großer Teil der Handy- und Smartphone-Nutzer bereits Kommunikationssignale des Mobiltelefons einbilden.

Lass dein Handy einfach auch mal klingeln. Gerade, wenn du im Gespräch bist, zeigt es deinem Gegenüber, dass dir der Dialog im Moment wichtiger ist. Du musst auch nicht jede Mail, jede SMS, jede WhatsApp-Nachricht sofort beantworten. Sie werden auf dich warten. Lege vielleicht auch einmal einen handyfreien Tag ein oder gönne dir zumindest ein paar Stunden Ruhe. Ursprünglich wurden diese ganzen mobilen Geräte dazu erschaffen, dein Leben angenehmer zu gestalten – und nicht um dich mit ständigem Gebimmel zu terrorisieren.

5. Zielloses Surfen im Internet

Das Internet ist eine riesige Informationsquelle. Bereits 2013 entstanden innerhalb von nur einer Minute weltweit über 340 neue Blogposts und Youtube-Videos mit einer Gesamtlänge von rund 3 Tagen (Quelle). Der Multiplikator ist immens. Wenn du die Unmengen an Facebook-Nachrichten, Tweets oder Bilder bei Instagram und Pinterest hinzuzählst, entsteht ein gewaltiges Ablenkungspotential.

Dabei bleiben wir oftmals auf Seiten hängen, die uns emotional beschäftigen. Die aktuelle Flüchtlingsdebatte ist ein gutes Beispiel. Vielleicht hast du dich auch schon über unpassende Kommentare der einen oder anderen Gruppierung geärgert und bist an einer Seite hängengeblieben oder bist den weiterführenden Links gefolgt. Sicherlich warst du im Nachhinein auch verwundert, wo deine Zeit geblieben ist.

Schränke deine Online-Zeit daher bewusst ein. Nutze Feedreader (ich verwende zum Beispiel Feedly), um eine Vorauswahl zu treffen und lies nur ein oder zweimal am Tag deine Neuigkeiten. Wenn dir eine Quelle keine spannenden Informationen mehr liefert, dann entferne sie. Beschränke deine Zeit für sozialen Medien rigoros und entferne die dazugehörigen Apps von deinem Smartphone. Der Trick ist, die Hürde möglichst hoch zu hängen, um das Vertrödeln deiner Zeit nicht auch noch zu belohnen.

6. Ein unordentlicher Arbeitsplatz

Auf deinem Schreibtisch herrscht das Chaos, aber du bist trotzdem glücklich? “Nur ein Genie beherrscht das Chaos”, richtig? Nur leider hindert dich das Suchen am effektiven Abarbeiten deiner Aufgaben. Schnell reißt dich das Durchwühlen aus deiner Organisation oder ein dringendes Thema zwinkert dich von der Spitze eines Stapels an. Räume also deinen Schreibtisch auf. In folgendem Simplify-Artikel findest du eine erste Anleitung, wie du Ordnung auf deinem Schreibtisch schaffst.

Das kann sich für dich übrigens doppelt auszahlen: Einerseits kannst du deine Aufgaben konzentrierter und effizienter erledigen, andererseits mögen Vorgesetzte organisierte Mitarbeiter und bevorzugen diese sogar oftmals.

7. Zu viel Fast Food

Wenn du dir täglich Fast Food hinter die Kiemen schiebst, steuerst du nicht nur auf eine sehr ungesunde Lebensweise zu. Du enthältst deinem Körper auch wichtige Bausteine wie Vitamine oder Mineralstoffe vor. Sicher kennst du das träge Gefühl, dass dich nach einem solchen Mittagessen am Nachmittag heimsucht. Tatsächlich macht dich zu fettreiche Kost nicht nur träge, sie lässt dich auch verblöden. EatSmarter greift in diesem Artikel eine entsprechende Studie der Universität Cambridge auf.

Stattdessen solltest du zu gesunden Nahrungsmitteln greifen. Unter dem Stichwort “Brainfood” findest du schon einige Lebensmittel, die besonders förderlich für deine Hirnleistung sein sollen. Insgesamt ist aber jeder Mensch anders, also wirst du wahrscheinlich ein wenig experimentieren müssen. Halten wir an dieser Stelle einfach fest, dass ein knackiger Salat in der Regel besser für dich ist, als ein doppelter Cheeseburger mit Pommes.

8. Mangelnde Bewegung

Genauso wie die gesunde Ernährung, trägt auch regelmäßige Bewegung zu deinem allgemeinen Wohlbefinden bei. Fehlende Auslastung drückt auf deine Stimmung und setzt auch deine Leistungsfähigkeit herab. Der Spiegel titelte vor einigen Jahren gar ganz provokativ mit der “Todesursache Faulheit”.

Wenn wir in uns hereinhorchen, dann sitzt auch dort ein kleines Stimmchen, dass die Bequemlichkeit liebt. Manche nennen sie den “inneren Schweinehund”. Und dieses Tierchen liebt es, Ausreden für dich zu erfinden.

Kaum wird dein Leben ein wenig holprig, meldet sich also deine innere Stimme und teilt dir im Brustton der Überzeugung mit: “Du hast heute viel zu viel zu tun, um ins Fitnessstudio zu gehen. Außerdem zwickt es auch noch im Rücken. Und kalt ist draußen auch noch. Bleib doch lieber hier sitzen und geh morgen.” Du kennst diesen inneren Dialog wahrscheinlich sehr gut. Wahrscheinlich weißt du aber auch, dass regelmäßige Bewegung dir guttut. Wenn du Probleme hast, dich zum Sport aufzuraffen, hat Patrick von healthyhabits.de 7 Motivations-Hacks für dich zusammengeschrieben.

9. Zu wenig Schlaf

Wahrscheinlich kennst du die Aussage bereits: Ein Mensch benötigt im Durchschnitt sieben bis acht Stunden Schlaf pro Nacht. Es gibt zwar auch Menschen, die mit weniger Schlaf auskommen, im Zweifelsfall solltest du aber davon ausgehen, dass du nicht dazu gehörst.

Wenn du des Öfteren müde und gereizt bist, dir in Besprechungen die Augenlider schwer werden oder du einfach nicht leistungsfähig bist, dann schläfst du wahrscheinlich zu wenig. Deinem Körper Schlaf zu entziehen, ist Raubbau an deinem Körper.

Langfristig bist du anfälliger für Erkältungen, kannst dich nicht mehr so gut konzentrieren und deine Leistungen fallen ab. Dein Risiko, übergewichtig zu werden, steigt (Quelle). Ernste Krankheiten wie ein Schlaganfall, Herzkrankheiten oder sogar Diabetes sind deutlich wahrscheinlicher. Ivan Blatter hat kürzlich einen tollen Artikel zum Thema verfasst.

Gönne dir daher genug Schlaf. Fang am besten damit an, acht Stunden am Tag zu schlafen. Wenn du dich gut damit fühlst, dann kannst du beginnen die Dauer immer mal wieder um ein paar Minuten zu verringern. Achte dabei auf dein Körpergefühl und erhöhe deine Schlafenszeit, wenn nötig.

Hast du auch schlechte Gewohnheiten, die deiner Produktivität im Wege stehen? Vielleicht lässt du dich leicht ablenken oder gehst viele Dinge nur halbherzig an – auch das schadet deiner Leistungsfähigkeit.

Nimm dir mal eine halbe Stunde Zeit und überlege dir, welche schlechten Gewohnheiten deine Arbeit behindern. Schreibe sie dir am besten auf, dann weißt du auch in drei Wochen noch, wo deine Schwachstellen liegen. Der Blogger Tynan hat mit seinem Buch Superhuman by Habit* (englisch, Amazon) ein kurzes E-Book zusammengestellt in dem er sich ganz dem Abbau von schlechten und dem Erwerb von guten Gewohnheiten widmet. Vielleicht ist es für dich an der Zeit, über die Änderung einiger lieb gewonnener Rituale nachzudenken?

Welche schlechten Gewohnheiten hast du an dir entdeckt? Schreib es mir in die Kommentare! Ich freue mich, von dir zu lesen.

Bildnachweise:

Titelbild: © Depositphotos.com / Photocreo

2 Kommentare bisher. Was sagst du dazu?

  1. […] Hast du schlechte Gewohnheiten? Natürlich hast du schlechte Gewohnheiten und vielleicht gehört eine von den 9, die Marc Keil in seinem Artikel aufzählt dazu. Bei vier der 9 aufgezählten Gewohnheiten habe ich mich ertappt gefühlt. Und wie geht es dir? Aber keine Angst, Marc erklärt auch in kurzen, aber einprägsamen Worten, wie du dich verbesserst. Und welche schlechten Gewohnheiten treffen auf dich zu? […]

    30. Oktober 2015
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